Bibliothek im Umbruch: Die UB Basel in Kriegszeiten
Glanzlichter der Universitätsbibliothek BaselIris Lindenmann, M.A., Musikwissenschaftlerin
Noah Regenass, Dr., Kunsthistoriker
Politik greift seit jeher in Bibliotheken ein – oft subtil, etwa durch Einsicht in Ausleihen oder Forderungen nach Zensur. In Basel stellte bereits die Reformation die Universitätsbibliothek als Ganzes infrage. Später führten konservative Strömungen immer wieder zu einer restriktiveren Buchausgabe, während liberale Kräfte den Ausbau der Bestände ermöglichten. Ein einschneidendes Ereignis war die Kantonstrennung von 1833: Basel wurde auf sein heutiges Gebiet reduziert, und die Besitztümer mussten neu verteilt werden. Die UB, seit 1671 im Haus zur Mücke untergebracht und über Jahrzehnte gewachsen, stand dabei vor einer besonderen Herausforderung. Da sich das Bibliothekswesen erst im 19. Jahrhundert professionalisierte, fehlten etablierte Methoden zur Bewertung solcher Bestände. Erstmals musste die traditionsreiche Sammlung systematisch geschätzt werden.
In Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek Basel
